Bava Metzia 200

Kapitel 200

א כסות מה שטענו לא הודה לו ומה שהודה לו לא טענו כדאמר רב פפא בדיילפי הכא נמי בדיילפי
1 Bei einem Gewände ist es ja ebenso: was der eine fordert, gesteht der andere nicht ein, und was der andere eingesteht, fordert jener nicht!? — Wie R. Papa erklärt hat: wenn es noch angeheftetist, ebenso ist auch hier zu erklären, wenn es noch angeheftet ist.
ב קשיא ליה לרבי הושעיא מידי כסות קתני עבד קתני
2 R. Hoš͑ja wandte ein: Lehrt er es denn von einem Gewände, er lehrt es ja von einem Sklaven!? Vielmehr, erklärte
ג אלא א"ר הושעיא כגון שטענו עבד בכסותו ושדה בעומריה ואכתי כסות מה שטענו לא הודה לו ומה שהודה לו לא טענו א"ר פפא בדיילפי
3 R. Hoš͑ja, wenn er von ihm einen Sklaven mit seinem Gewände oder ein Feld mit den Garben fordert. — Aber immerhin ist ja hinsichtlich des Gewandes einzuwenden: was der eine fordert, gesteht der andere nicht ein, und was der andere eingesteht, fordert jener nicht!? R.Papa erwiderte: Wenn es noch angeheftet ist.
ד קשיא ליה לרב ששת זוקקין אתא לאשמועינן תנינא זוקקין הנכסים שאין להן אחריות את הנכסים שיש להן אחריות לישבע עליהן
4 R. Šešeth wandte ein: Will er uns etwa die Verbindunglehren!? Dies haben wir ja bereits gelernt: Güter, die keine Sicherheitgewähren, werden mit Gütern verbunden, die eine Sicherheitgewähren, auch wegen dieser schwören zu müssen?
ה אלא אמר רב ששת הא מני ר"מ היא דאמר עבדא כמטלטלין דמי
5 Vielmehr, erklärte R. Šešeth, hier ist die Ansicht R. Meírs vertreten, welcher sagt, ein Sklave gleiche beweglichen Sachen. —
ו ואכתי מה שטענו לא הודה לו ומה שהודה לו לא טענו סבר לה כר"ג דתנן טענו חטים והודה שעורים פטור ר"ג מחייב
6 Aber immerhin ist ja einzuwenden: was der eine fordert, gesteht der andere nicht ein, und was der andere eingesteht, fordert jener nicht!? — Er ist der Ansicht R. Gamliéls, denn wir haben gelernt: Wenn er von ihm Weizen fordert, und der andere ihm Gerste eingesteht, so ist er frei, und nach R. Gamliél schuldig. —
ז אכתי הילך הוא אמר רבא עבדא דקטע לידיה ושדה שחפר בה בורות שיחין ומערות
7 Aber immerhin heißt dies ja: da hast du es!? Raba erwiderte: Bei einem Sklaven, wenn er ihm die Hand abgehauen hat, bei einem Felde, wenn er auf diesem Gruben, Graben und Höhlen gegrabenhat. —
ח והא ר"מ איפכא שמעינן ליה דתנן גזל בהמה והזקינה עבדים והזקינו משלם כשעת הגזילה ר"מ אומר בעבדים אומר לו הרי שלך לפניך
8 Aber wir wissen ja von R. Meír, daß er entgegengesetzter Ansicht ist, denn wir haben gelernt: Wenn jemand ein Vieh geraubt hat und es alt geworden ist, einen Sklaven und er alt geworden ist, so hat er nach [dem Werte] beim Rauben zu bezahlen. R. Meír sagt, bei Sklaven könne er zu ihm sagen: da hast du deines!? —
ט הא לא קשיא כדמחליף רבה בר אבוה ותני רבי מאיר אומר משלם כשעת הגזילה וחכ"א אומר לו בעבדים הרי שלך לפניך
9 Das ist kein Einwand; Rabba b. Abuha wendete es um und lehrte es wie folgt: R. Meír sagt, er habe nach [dem Werte] beim Rauben zu bezahlen, die Weisen sagen, bei Sklaven könne er zu ihm sagen: da hast du deines. —
י אלא ממאי דסבר ר"מ מקשינן קרקע לעבד מה עבד נשבעין אף קרקע נשבעין דלמא אעבד הוא דנשבעין אבל אקרקע לא
10 Woher ist demnach zu entnehmen, daß R. Meír der Ansicht ist, Grundstücke seien mit Sklaven zu vergleichen, wie man wegen eines Sklaven schwören muß, ebenso muß man auch wegen Grundstücke schwören, vielleicht muß man nur wegen eines Sklaven schwören, nicht aber wegen Grundstücke!? —
יא לא ס"ד דתניא המחליף פרה בחמור וילדה וכן המוכר שפחתו וילדה
11 Dies ist nicht einleuchtend, denn es wird gelehrt: Wenn jemand eine Kuh auf einen Esel getauscht und sie geworfen hat, und ebenso wenn jemand seine Magd verkauft und sie geboren hat,
יב זה אומר ברשותי וזה שותק זכה
12 und der eine sagt, dies sei in seinem Besitze erfolgt, und der andere schweigt, so hat er es erworben.
יג זה אומר איני יודע וזה אומר איני יודע יחלוקו
13 Wenn der eine sagt, er wisse es nicht, und der andere sagt, er wisse es nicht, so teilen sie.
יד זה אומר ברשותי וזה אומר ברשותי ישבע המוכר שברשותו ילדה לפי שכל הנשבעין שבתורה נשבעין ולא משלמין דברי ר"מ וחכ"א אין נשבעין לא על העבדים ולא על הקרקעות
14 Wenn der eine sagt, in seinem Besitze, und der andere sagt, in seinem Besitze, so schwöre der Verkäufer, daß sie in seinem Besitze geboren hat, denn in allen Fällen, wo die Tora einen Eid auferlegt hat, muß derjenige schwören, der durch den Eid von der Zahlung befreit wird — so R. Meír. Die Weisen sagen, man schwöre weder über Sklaven noch über Grundstücke.
טו לאו מכלל דר"מ סבר נשבעין
15 Demnach ist R. Meír der Ansicht, man schwöre wohl. —
טז ממאי דלמא כשם קאמרו ליה כי היכי דאודית לן בקרקעות אודי לן נמי בעבדים
16 Wieso dies, vielleicht sagten sie zu ihm ‘ebenso wie’: wie du uns hinsichtlich Grundstücke beipflichtest, ebenso pflichte uns auch hinsichtlich Sklaven bei.
יז תדע דתנן ר"מ אומר יש דברים. שהן כקרקע ואינן כקרקע ואין חכמים מודים לו כיצד י' גפנים טעונות מסרתי לך והלה אומר אינן אלא חמש ר"מ מחייב וחכ"א כל המחובר לקרקע הרי הוא כקרקע
17 Dies ist auch zu beweisen, denn wir haben gelernt: R. Meír sagt, es gebe Dinge, die Grundstücken gleichen, und dennoch diesen nicht gleich sind; die Weisen aber pflichten ihm nicht bei. Wenn beispielsweise [der eine sagt:] ich habe dir zehn beladene Weinstöcke übergeben, und der andere ihm erwidert: es waren nur fünf, so ist er, wie R. Meír sagt, [zu schwören] verpflichtet; die Weisen aber sagen, was am Boden haftet, gleichedem Boden.
יח וא"ר יוסי בר חנינא ענבים העומדות ליבצר איכא בינייהו דמר סבר כבצורות דמיין ומר סבר לאו כבצורות דמיין
18 Hierzu sagte R. Jose b. Ḥanina: Sie streiten über Trauben, die reif zum Ablesen sind; einer sagt, sie gelten als abgelesen, und einer sagt, sie gelten nicht als abgelesen. —
יט אלא לעולם כדרבי הושעיא ודקשיא לך זוקקין איצטריך סד"א כסות עבד כעבד דמי עומרי שדה כשדה דמי קמ"ל:
19 Vielmehr, tatsächlich ist nach R. Hoš͑ja zu erklären, wenn du aber einwendest, wozu die Lehre von der Verbindung [nötig sei], so ist sie deshalb nötig; man könnte glauben, das Gewand des Sklaven gleiche dem Sklaven selber, die Garben des Feldes gleichen dem Feldeselber, so lehrt er uns.
כ זה אומר איני יודע וזה אומר איני יודע יחלוקו: הא מני סומכוס היא דאמר ממון המוטל בספק חולקין
20 «Wenn der eine sagt, er wisse es nicht, und der andere sagt, er wisse es nicht, so teilen sie.» Also nach Symmachos, welcher sagt, der Betrag, worüber ein Zweifel besteht, sei zu teilen;
כא אימא סיפא זה אומר ברשותי וזה אומר ברשותי ישבע המוכר שברשותו ילדה ולרבה בר רב הונא דאמר אין אמר סומכוס אפילו ברי וברי אמאי ישבע מוכר יחלוקו מיבעיא
21 wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: wenn der eine sagt, in seinem Besitze, und der andere sagt, in seinem Besitze, so schwöre der Verkäufer, daß sie in seinem Besitze geboren hat. Wieso soll nach Rabba b. R. Hona, welcher sagt, Symmachos sage dies auch von dem Falle, wenn beide es mit Bestimmtheit behaupten, der Verkäufer schwören, sie sollten ja teilen!? —
כב מודה סומכוס היכא דאיכא שבועה דאורייתא ודקטעה לידה כדרבא:
22 Symmachos pflichtet beiin dem Falle, wenn ein Eid nach der Tora zu leisten ist, wenn er ihr nämlich die Hand abgehauenhat, nach der Erklärung Rabas.
כג <big><strong>מתני׳</strong></big> המוכר זיתיו לעצים ועשו פחות מרביעית לסאה הרי אלו של בעל הזיתים
23 W<small>ENN JEMAND SEINE</small> O<small>LIVENBÄUME ZUM</small> A<small>BHOLZEN VERKAUFT HAT, UND SIE</small> [F<small>RÜCHTE</small>] <small>TRAGEN, DIE WENIGER ALS EIN</small> V<small>IERTEL</small>[<small>LOG</small> Ö<small>L</small>] <small>VON DER</small> S<small>EÁ BRINGEN, SO GEHÖREN SIE DEM</small> E<small>IGENTÜMER DER</small> O<small>LIVENBÄUME</small><small>; </small>
כד עשו רביעית לסאה זה אומר זיתי גדלו וזה אומר ארצי גדלה יחלוקו
24 WENN SIE ABER MEHR ALS EIN V<small>IERTEL</small>[<small>LOG</small>] <small>VON DER</small> S<small>EÁ BRINGEN, UND DER EINE SAGT, SEINE</small> O<small>LIVENBÄUME HABEN ES</small><small>GEBRACHT, UND DER ANDERE SAGT, SEIN</small> B<small>ODEN HABE ES GEBRACHT, SO TEILEN SIE</small>.
כה שטף נהר זיתיו ונתנם לתוך שדה חבירו זה אומר זיתי גדלו וזה אומר ארצי גדלה יחלוקו:
25 W<small>ENN EINEM EIN</small> S<small>TROM SEINE</small> O<small>LIVENBÄUME FORTGERISSEN UND SIE IN DAS</small> F<small>ELD SEINES</small> N<small>ÄCHSTEN VERSETZT HAT, UND DER EINE SAGT, SEINE</small> O<small>LIVENBÄUME HABEN ES GEBRACHT, UND DER ANDERE SAGT, SEIN</small> B<small>ODEN HABE ES GEBRACHT, SO TEILEN SIE</small>.
כו <big><strong>גמ׳</strong></big> ה"ד אי דאמר ליה קוץ לאלתר אפילו פחות מרביעית נמי לבעל הקרקע אי דאמר ליה כל אימת דבעית קוץ אפילו רביעית נמי לבעל זיתים
26 GEMARA. Von welchem Falle wird hier gesprochen, sagte er zu ihm, daß er sie sofort abholze, so sollte es doch, auch wenn sie weniger als ein Viertel[log] bringen, dem Eigentümer des Bodens gehören, und sagte er zu ihm, daß er sie abholze, wenn es ihm beliebt, so sollten sie doch dem Eigentümer der Olivenbäume gehören, auch wenn sie ein Viertel[log] bringen!? —
כז לא צריכא דאמר ליה סתמא פחות מרביעית לא קפדי אינשי רביעית קפדי אינשי
27 In dem Falle, wenn er ihm nichts gesagt hat; bei [einem Quantum] weniger als einem Viertel[log] nimmt man es nicht genau, bei einem Viertel[log] nimmt man es genau.
כח א"ר שמעון בן פזי ורביעית שאמרו
28 R. Šimo͑n b. Pazi sagte: Das Viertel[log], von dem sie sprechen, ist zu verstehen,